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WR Montag, 19. Juli 2004

Der 20. Künstlertreff in der Weißen Straße bot originelle Umsetzungen des Mottos der diesjährigen Neuauflage

Künstler ließen die Zeit schneller verrinnen

Kamen. (wol) Zum Spaziergang durch örtliche und regionale Kunst hatte zum 20. Mal die Weiße Straße eingeladen und wurde ihrem Anspruch voll gerecht. Geschäfte aber waren für die Künstler kaum zu machen.

Dem Wandel der Zeit stellte sich der Künstlertreff mit dem Motto der 20. Neuauflage. Peter Trautner schuf vor Ort eine Kunstuhr, zurück in die Steinzeit sollte ein Objekt Bergkamener Künstler führen. Am Stand der "schiefer-turm"-Sprecherin Petra Eckardt lief die Zeit mit lautem Weckerklang immer wieder ab. Ein anderer Künstler bot versteckt unter seinem Lodenmantel Zeit in Form weiterer Uhren zum Kauf an und gab seinem Verkaufswunsch mit einer ebenfalls unter dem Mantel versteckten Waffe Ausdruck.

Die wohl originellste Umsetzung des Mottos aber fand Knut Kargel aus Welver. Er lud an den Festtagen zur Zeitspende ein. Sand diente als Medium, um Zeit zu transportieren. Die "Spender" ließen ihn in ein "schwarzes Loch" versickern. Die Aktion soll noch fortgesetzt werden, das künftige Verrinnen der Zeitspenden ist im Internet unter www.atelierkargel.de/zeit/ zu verfolgen.

Künstlertreff-Organisator Reimund Kasper freute sich über ein durchgehend hohes Niveau der Aussteller. Hörenswert war diesmal auch die Musik in der Weißen Straße, vom Ausflug durch die Popgeschichte mit Michael und Peter Lowey bis zu Blues und Rock von Jon Taylor, der sich mit Alex Grün Kamener Verstärkung gesucht hatte.

Natürlich litt gerade die Weiße Straße unter den Gewitterattacken am Samstag und Sonntag. Dennoch gab es viele Interessenten, die den Künstlern über Schulter, Pinsel und kräftigere Werkzeuge schauten. Gekauft wurde aber wenig: Auch bei Kunst wird offenbar gespart.